Ueberfall

 
  • Schrift vergrößern
  • Standard Schriftgröße
  • Schriftgröße verkleinern
Willkommen auf Überfall-Home

20 Jahre Überfall – Teil 1, Fla Fla, Herford, 16. April 2016

E-Mail Drucken PDF
Benutzerbewertung: / 5
SchwachPerfekt 
Der erste Teil der Feierlichkeiten zu 20 Jahren Überfall ist nun am Wochenende über die Bühne gegangen. Es sah ja eigentlich mal danach aus, als würde das eine gut besuchte Veranstaltung werden. Doch einen Tag vorher ereilte mich die Nachricht, dass zwei Bands wegen Krankheit ausfallen könnten. Ich fing also am Freitagabend schon einmal damit an, mich nach zumindest einer Ersatzband umzuschauen für den Fall der Fälle. Denn an den Caminos hing ein wichtiger Teil der Backline. Am Samstagmorgen kam dann der gefürchtete Anruf: Notdurft und die Caminos mussten ausfallen. Den ganzen Abend deshalb absagen wollte ich nicht – ein nicht unerheblicher Teil des erwarteten Publikums offenbar schon. Nach einigen Absagen kurzfristig angefragter Bands erklärte sich E-Aldi sich zwei Stunden vor Einlass bereit, einzuspringen. Und die fehlende Backline haben dann kurzfristig doch noch die Ugly Hurons aus Thüringen mitgebracht.

Während des Soundchecks, versuchte ich mich mit der Lichtanlage vertraut zu machen. Nach wenigen Minuten habe ich es geschafft, sie völlig lahmzulegen. Vom Fla Fla kannte sich niemand vor Ort ausreichend damit aus, um das zu retten. Mike von den Ugly Hurons fummelte eifrig daran herum, während E-Aldi irgendwann sein Set vor der Bühne in nahezu kompletter Dunkelheit startete. Schon als Back mir Brot auf der Bühne ihr Equipment aufgebaut hatten, fiel mir eine Sache auf: Man spricht sich vorher ab, wer das Schlagzeug mitbringt (durch die Ausfälle war es nur noch eine Band, die überhaupt eines benutzte) und wer Gitarrenboxen mitbringt. Wer eventuell sein Bügelbrett verleiht, ist im Vorhinein nicht geklärt worden. Also stellte Aldi sein Keyboard auf dem eigenen Bügelbrett ab und performte in gewohnt bunter Kostümierung zu seinen Halbplaybacks von Kassette. Diejenigen, die ihn bis dahin noch nicht kannten, waren verstört und begeistert. Die anderen sangen mit und wälzten sich zum „E-Aldi-Dance“ auf dem Boden. Und nach wenigen Stücken gingen von Zauberhand die Bühnenlichter auch wieder an, so dass Hits wie „Ich muss kacken und warte vor den Schranken“ und „Möhrchen aus dem Glas“ bei angemessener Illumination stattfinden konnten.

Der Bruch, der folgte, war nicht so heftig, wie ursprünglich mal gedacht. Denn auch Back mir Brot aus Oldenburg und Umgebung sind textlich und musikalisch eine ziemlich schräge Nummer, wenn auch auf einem anderen Level als E-Aldi. Hier kam weniger Holzhammer zum Einsatz. Die Beats waren meist entspannter, der Humor noch absurder. Zu Keyboards kamen auch unelektronische Instrumente zum Einsatz: Gitarre, Bass und Plastikbläser. Immer wieder fühlte ich mich an die B-52s erinnert. Die Texte rieten zum Kauf von Atomstrom und Flachspülern, beobachteten den Führer in Funk und Fernsehen, gaben den Kochtipp, alles mit Hack anzurichten und glorifizierten die Kraft weiblicher Geschlechtsorgane mit entsprechender Kostümierung. Vor der Bühne fand sich mindestens ein Zuhörer zum ausufernden Ausdruckstanz berufen. Ausgelassene Zwischenrufe stellten sich ein, und über so manches Gesicht zog ein breites Lächeln. Mein Tipp an mitlesende Konzertbooker: Back mir Brot gehören viel öfter auf die Bühne!

Den Abschluss haben dann die Ugly Hurons auf die Bühne gebracht. Über zwei Teile der „Sicher gibt es bessere Zeiten“-Sampler sind ein paar Songs der Band sicher auch einigen Leuten bekannt, die den Namen nicht unbedingt dazu parat haben. Die Leute, die wegen der ausgefallenen Bands fern geblieben sind, haben an der Stelle noch eine hervorragende Punkrock-Combo verpasst. Die Hurons selber bezeichnen das, was sie machen, als Brutalo-Schlager. Wenn man Schlager als sehr eingängige Songs definiert, trifft die Bezeichnung absolut zu. Und Brutalo kann man locker auf den Wumms der Musik beziehen. Persönlich waren an dem Abend nur sehr angenehme, sozial-verträgliche Menschen auf der Bühne. Das i-Tüpfelchen im Hurons-Sound sind die Posaune und die Trompete, die dem temporeichen Ganzen majestetischen Glanz verleihen. Und obendrein waren die Hurons verdammt gut aufeinander eingespielt. Da machten sich auch die jüngsten Studioaufnahmen bezahlt, die demnächst dann irgendwann erscheinen.

Und nun habe ich noch einen Geburtstagswunsch an meine Leser: Am 21. Mai geht es im Fla Fla weiter mit 20 Jahre Überfall Teil 2. Ich feiere an dem Abend in meinen Geburtstag hinein und wünsche mir ein volles Haus. Es spielen Brausepöter aus Rietberg, nach fünfjähriger Pause erstmals wieder Ackerbau & Viehzucht aus dem Kreis Höxter, ZZZ Hacker und als jüngste Band des Abends Nachthimmel.

 

Add a comment
Aktualisiert ( Montag, 02. Mai 2016 um 14:20 )
 

20 Jahre Überfall – Das Festival – 16. April + 21. Mai 2016

E-Mail Drucken PDF
Benutzerbewertung: / 1
SchwachPerfekt 

Die Termine für das Jubiläumsfestival stehen. Und das Line-Up steht weitgehend. Freut euch auf:

 

16. April 2016:

 

NOTDURFT
Punklegende aus Bielefeld

 

UGLY HURONS
Brutaloschlager aus Hermsdorf

 

 

BACK MIR BROT
Neo-New-Wave aus Oldenburg


 

 

CAMINOS
Agit-Rock aus Bielefeld


 

 

21. Mai 2016

 

ACKERBAU & VIEHZUCHT
Landwirtschaftspunk aus dem Kreis Höxter

 

BRAUSEPÖTER
NDW-Pioniere aus Rietberg

 

 

ZZZ HACKER
„Die faulste Band der Welt“ aus Bielefeld

 

Dazu kommt vermutlich noch eine weitere Band, die beizeiten bekannt gegeben wird.

 

Das Ganze findet statt im Fla Fla zu Herford.

 

 

 

 

 

Add a comment
Aktualisiert ( Samstag, 13. Februar 2016 um 21:37 )
 

20 Jahre Überfall – Compilation + Festival

E-Mail Drucken PDF

Im April 2016 endet das 20. Jahr seit der ersten Ausgabe des „Punküberfall“. Ein schöner Anlass, um zu feiern. Deshalb ist die Planung eines – vorraussichtlich zweiteiligen – Festivals in Planung. Dazu geht es Back to the Roots: Das Festival findet nicht in Bielefeld statt, sondern in Herford, im Fla Fla. 1997 gab es bereits im alten Fla Fla (damals hieß es kurzzeitig Spunk) das erste Punküberfall-Festival. Die genauen Termine und die Bands für 2016 werden innerhalb der kommenden Woche hier verkündet.

Neben den Festivals soll es auch eine Compilation zum Jubiläum geben. Interessierte Bands und Solokünstler sind aufgerufen, sich bei mir zu bewerben. Ich freue mich auf euch!

Übrigens: Das Fla Fla renoviert aktuell für den nächsten Umzug und kann jede helfende Hand gebrauchen.

Add a comment
Aktualisiert ( Samstag, 16. Januar 2016 um 14:44 )
 

Zum aktuellen Geschehen

E-Mail Drucken PDF
Benutzerbewertung: / 3
SchwachPerfekt 

In den letzten Jahren habe ich immer wieder gesagt, unser derzeitiges Wirtschaftssystem steht kurz vor dem Zusammenbruch. Diese permanente Eskalation der Umverteilung von unten nach oben kann auf Dauer nicht gutgehen. Ein kleiner Triumph war es, als jene Partei, die den Neoliberalismus am offensten auf großen Fahnen vor sich her trägt, bei der letzen Bundestagswahl dramatisch unter die 5-%-Hürde stürzte. Völlig fassungslos war ich eine Bundestagswahl vorher, dass diese Partei mit einem Mal so weit vorne lag. Danach müssen die Wähler wohl gemerkt haben, dass das nichts ändert. Wie denn auch!? Nachdem uns der Neoliberalismus so in die Scheiße geritten hat, war doch von der FDP nun wirklich keine Erlösung zu erwarten. Wie war das doch gleich mit der Redewendung vom Bock und vom Gärtner?

Die Entsolidarisierung hatte ja ausgerechnet die SPD-Regierung unter Schröder so vorangetrieben mit der Agenda 2010. Und damit das außer den direkt Betroffenen nicht so viele Menschen so unwürdig finden, haben Medien wie RTL und Bild den Typus des Sozialschmarotzers etabliert. Der Sozialschmarotzer lebt von Hartz IV in Saus und Braus und sieht grundsätzlich nicht ein, auch nur einen Finger krumm zu machen. Was die Agenda 2010 vor allem erreicht hat, sind unterirdische Lohnverhältnisse, von denen Arbeitnehmer kaum noch leben können. Die Wirtschaft profitiert davon ganz hervorragend. Zwar können die Billiglohnarbeiter hier die Produkte nicht kaufen, aber vom Import blüht die Wirtschaft auf – und nebenbei gehen andere europäische Staaten völlig vor die Hunde. Wie sehr es mich ankotzt, welche Rolle Deutschlands Politik in den Griechenland-Krise hat, davon will ich hier gar nicht anfangen.

Wieder zurück zum Anfangspunkt dieses Textes: Dieses System kann nur irgendwann zusammenstürzen. Die große Frage ist dann bloß, wie es weitergeht. Es gibt da meines Erachtens im Groben zwei Richtungen. Entweder besinnt man sich und kommt zu einem solidarischen Miteinander, wie es bereits bei den Naturvölkern üblich war, bevor man ihnen voller Arroganz den angeblich so überlegenen Kapitalismus übergestülpt hat. Es wäre dafür wirklich mal an der Zeit. Das Zusammenleben und die Versorgung könnte so organisiert werden, dass es jedem (!!) gut geht. Wir haben genug Ressourcen auf dieser Welt, um alle adäquat zu versorgen. Und dann kann es uns auch von Nutzen sein, dass die technische Entwicklung soweit ist, dass mit geringem Personalaufwand Produktion laufen kann. Und man kann sich auch endlich mal von lukrativen Umweltsünden trennen, die nur aufrecht erhalten werden, weil sie Geld bringen: Autos, die mit Benzin laufen und die sogenannte geplante Obsoleszenz, die einen gigantischen Produktmüll hinterlässt. Also wieder zurück zur Glühbirne, die 100 Jahre und länger hält! Aber vor allem eben ein solidarisches Miteinander, bei dem keiner fürchten muss, unter die Räder zu kommen.

Und dann gibt es da eben die andere Möglichkeit, was nach dem Zusammenbruch kommen kann oder was dieses unsägliche Wirtschaftssystem wieder retten kann: Faschismus, Rassismus, Krieg. Wir suchen uns eine Gruppe von Menschen, die wir stellvertretend für die sozialen Ungerechtigkeiten verantwortlich machen können, obwohl sie es sind, die am stärksten darunter zu leiden haben. Dabei wird zwar alles zerstört, Millionen Menschen getötet und die Nachfahren der Überlebenden tragen über mehrere Generationen psychische Macken davon, aber man darf in dem liebgewonnenem System der Unsolidarität und Asozialität bleiben.

Ich kann mir nicht helfen, aber ich finde Variante A attraktiver und will die Hoffnung nicht loslassen, dass wir es schaffen, dort hinzukommen.

Aber wenn ich mir so anschaue, was derzeit für eine Unsuppe in Deutschland und Europa und überhaupt der Welt brodelt, fällt die Hoffnung zunehmend schwerer. Auf dem untersten Level der weltweiten Sozialhierarchie toben Kriege und blutigster religiöser Fanatismus. Dieser religiöse Fanatismus hat mit einer friedlichen Auslegung des Islam nichts zu tun. Ich hab mir mal ein bisschen angeschaut, wofür der Begriff Jihad überhaupt steht, und verstehe das so, dass es dabei im Grunde um den Weg zur Erleuchtung geht, das Erheben aus Schatten und Angst und die Hinwendung zu Licht und Liebe, das Ablegen von Allem, was uns und unserem Miteinander schadet. Das ist der Kern aller spirituellen Lehren. Und dann kommen Menschen daher, bezeichnen sich als Jihad-Kämpfer und kämpfen im Grunde gegen Licht und Liebe in die tiefste Dunkelheit hinein. Dieser Fanatismus gibt den Menschen, aus dem Opfergefühl heraus, die willkommene Gelegenheit, doch noch Macht und eine starke Identität spüren zu können. Aber in das Thema der Spiritualität will ich in diesem Text nicht allzu weit abschweifen.

Aus diesen Kriegs- und Krisengebieten kommen unter unvorstellbaren Strapazen verzweifelte Menschen hierher, die sich dem Wahnsinn nicht unterwerfen wollen, und hoffen auf Hilfe. Unterwegs mussten sie vielleicht noch ansehen, wie ihre Kinder im Meer ertränkt wurden, weil diese zu laut geweint haben, um nur ein Beispiel für all die Traumata zu nennen, die sich auf so einer Flucht ansammeln.

Ich könnte jeden Tag heulen und kotzen, wenn ich lese, wie Tag für Tag gegen diese Flüchtlinge gewettert wird, auf welche dummen und dreisten Lügenmärchen sich die selbsternannten Asylkritiker geifernd stürzen und ihren Hass über das Internet ergießen. Gerade prahlte eine Altenpflegerin mit ihren medizinischen Kenntnissen, mit denen sie Flüchtlingen das Leben verkürzen könnte. Von einer Altenpflegerin wünsche ich mir doch etwas mehr Mitgefühl. Und immer öfter kommt es zu Brandanschlägen auf geplante Unterkünfte. Einem Politiker, der sich gegen den Hass aussprach, wurde das Auto in die Luft gesprengt. Neonazis pinkeln in der Bahn auf Ausländerkinder … Was erleben wir da eigentlich gerade!? Wo läuft das noch hin?

Dieser Flüchtlingshass bewegt sich aber eben auch in genau dem Rahmen von unsolidarischer Sozialhierarchie, wie sie der Neoliberalismus fördert. Man müsse den Konzernen nur genug Freiheiten schenken, dann würde es allen Menschen besser gehen. Das sieht man ja, wie gut das funktioniert. Also fordert man noch mehr Freiheit für die Konzerne, setzt sich zu TTIP-Verhandlungen unter Geheimhaltung an den großen Tisch. Die Welt steht in Flammen und es wird immer nur nach noch mehr Öl zum Löschen geschrien.

Es wird Zeit, endlich mal wieder für mehr Gleichgewicht zu sorgen. Man kann auch nicht mehr sagen, dass es sonst bald krachen wird. Denn es kracht ja bereits gewaltig. Und wir sind noch nicht auf dem Höhepunkt dessen, wenn nicht ganz bald etwas grundlegendes zur Deeskalation geschieht.

Und weil die Flüchtlingshasser, die sich selbst auch noch als Kämpfer gegen eine Regierung sehen, die sie für Verbündete linker Interessen halten, sich so sehr im systemischen Rahmen bewegen, geschieht auch recht wenig von staatlicher Seite, um sie zu stoppen. Gegen Demonstranten, die wirklich gegen Verantwortliche dieses Wirtschaftssystems auf die Straße gehen, wird staatlicherseits durchaus beherzter vorgegangen. Man hat ja schon an der NSU gesehen, wie wichtig den staatlichen Organen das Vorgehen gegen Terror aus der radikalen Rechten ist.

Es bleibt die Frage: Wie geht es hier weiter? Ich habe kein Verständnis für den Hass auf Flüchtlinge und für den Hass auf alle Moslems. Ob die Flüchtlinge da sind oder nicht, ändert nichts am Hartz-IV-Satz. Keine abgefackelte Flüchtlingsunterkunft bietet auch nur einem deutschen Obdachlosen ein neues Zuhause. Die Obdachlosen sind doch für die Rassisten auch erst jetzt zum Vorschieben interessant geworden. Hätten wir keine Flüchtlinge, würde man irgendwann zum Vergasen der Obdachlosen aufrufen. Das ist genauso verlogen, wie Nazis, die sich Pädophilie zum Thema heranziehen, um der Öffentlichkeit Arbeitslager und Todesstrafe wieder schmackhaft zu machen. Wie man jetzt sieht, trägt das bereits pralle braune Früchte.

Die Barbarei, die ihr „Ich bin kein Nazi, aber“-Volk da auslebt, ist kein Feldzug gegen das System. Ihr gebt nur das nach unten weiter, was ihr schon gar nicht mehr anders kennt. Wer hat euch dieses Maß an Herzlosigkeit eingetrichtert?

Wir brauchen eine Revolution der Solidarität und Gemeinschaftlichkeit! Und da ist für mich dann auch jeder willkommen, der den Weg aus der jetzigen hassenden Blindheit heraus findet und erkennt, worum es wirklich geht. Wir sind alle eins und sollten deshalb jeden anderen als Teil von uns selbst behandeln. 

Add a comment
Aktualisiert ( Dienstag, 25. August 2015 um 17:58 )
 

Brausepöter – „Selbstauslöser“ CD/LP/Download

E-Mail Drucken PDF
Benutzerbewertung: / 6
SchwachPerfekt 

ÜF-CD033/ÜF-LP033
VÖ: 6.2.2015

1974 gründeten Martin Lück, Bernd Hanhardt und Kemper gemeinsam die Schülerrockband Getting Better. Vier Jahre später brachten Punk, New Wave und der damals noch seltene Entschluss, von nun an nur noch deutsche Texte zu schreiben, neues Leben in die Band, die sich fortan Brausepöter nannte. Legendär ist der Auftritt auf dem ZickZack-Festival in Hamburg anno 1980 gemeinsam mit Abwärts und Einstürzende Neubauten, den Brausepöter im Hagel entflammter Wurfgeschosse unerschrocken durchzogen. Bis zur Auflösung 1982 kam es neben zahlreichen Gigs zu einer Single auf ZickZack („Liebe Glück, Zufriedenheit“) und einem Videoclip im ARD-Programm („Bundeswehr“).

Genau dieser Videoclip ist es, der auf Youtube dem Vergessen entrissen, 2009 international für Aufsehen sorgt: der Song wird als Link durch die Blogs gereicht, zwei Labels, eins aus Münster und eins aus New York, bringen den Song als Single heraus. Beim „Maximum Rocknroll“ aus San Francisco zeigt man sich begeistert, Brausepöter werden zum Hit beim US-Radiosender WFMU.

2010 findet die Band zurück auf die Bühne und kommt wieder richtig in Fahrt. Live entwickeln sie mitreißende Energie und zwingenden Groove. Ein bisheriger Höhepunkt war ein Clubkonzert, das inkl. Zugaben das Publikum fünf Stunden lang begeisterte.

Nach der bereits erschienenen Werkschau über die frühen Tage ist es nun an der Zeit für ein neues Album – nach wie vor in der Urbesetzung von 1974. Auf dem komplett in Eigenregie aufgenommenem „Selbstauslöser“ gibt es 11 nagelneue Songs zu hören, die Songwriter Martin Lück seit der Reunion der Band geschrieben hat. Ohne Punk und New Wave gänzlich untreu zu werden, zeigen die neuen Songs eine stilistische Breite, die man bei anderen Bands dieser Generation vergeblich sucht. Neben der Schrägheit von „Ich hör jetzt nur noch Pink Floyd“ und der Melancholie von „Alles was ich hab“ lockt auch der unwiderstehliche Popappeal von Ohrwürmern wie „Einmal um die Welt“ und „Ilse-Marie“.

Abgeschlossen wird der Longplayer mit „Keiner kann uns ab“ in einer gemeinsamen spontanen Live-Session mit der jungen Berliner Combo Isolation Berlin, die diesen Brausepöter-Klassiker von Anfang an mit im Repertoire führt.

 


Being founded as a high school band in 1974 and four years later infected with punk and new wave, Brausepöter has been one of the first bands to translate this music into German language. Legendary was their appearance at the ZickZack festival in Hamburg in 1980 with Abwärts and Einstürzende Neubauten, where they played under the hail of burning missiles. Until breaking up in 1982, they had numerous gigs, a 45er on ZickZack (“Liebe, Glück, Zufriedenheit”) and a video clip on public service television (“Bundeswehr”).

After being saved from oblivion on Youtube in 2009 that video clip caused a stir on the internet: The song travelled round the blogs, two labels – one from Münster, Germany, one from New York – have released this track on 7? vinyl. “Maximum Rocknroll” writers showed themselves delighted. And Brausepöter were rotating on US radio station WFMU.

2010 they have found their way back onto the stages and have got into their stride. Live they develop infectious energy and urging groove. One highlight so far was a club concert that kept the audience excited for five hours.

After an extensive retrospective of the early days has been released a while ago, it’s time for a new album – still in original 1974 line-up. The self produced “Selbstauslöser” (Self Timer) brings 11 brand new songs. Without becoming completely unfaithful to punk and new wave, the new songs show a stilistic range you won’t find with many bands of their generation. Beside the weirdness of “Nur noch Pink Floyd” (From Now On I Will Only Listen To Pink Floyd) and the melancholy of “Alles was ich hab” (All That I Have) there is the compelling temptation of such catchy tunes as “Einmal um die Welt” (Once Around the World) and “Ilse-Marie”.

“Keiner kann uns ab” (No One Can Stand Us) concludes the longplayer as a spontaneous live session with Isolation Berlin, a young band from Berlin, who have been playing this Brausepöter classic from their beginning.

 

 

Add a comment
Aktualisiert ( Samstag, 17. Januar 2015 um 19:25 )
 


Seite 2 von 15